Beim Kartoffelsalat hat wohl jede schwäbische Hausfrau ihre eigene, individuelle Art der Zubereitung. Meist wird innerhalb der Familie überliefert, in welcher Reihenfolge welche der doch recht überschaubaren Zutaten beigefügt werden. Oder Ob nun Brühe dazugehört, welcher Senf am besten passt, welcher Essig am besten mundet, ob es schwarzer oder weißer Pfeffer sein soll und so weiter.
In einer Sache sind sich dann doch wieder alle einig: In einen schwäbischen Kartoffelsalat gehören weder Mayonnaise noch Äpfel oder gar Fisch. Dadurch ist er wesentlich leichter und bekömmlicher als die norddeutsche Variante.
Schwäbischer Kartoffelsalat passt wunderbar zu Maultaschen oder paniertem Schnitzel, aber auch zu Kotelett, Fleischküchle, Würstchen, Leberkäse (wie im Bild zu sehen) oder zum typisch schwäbischen Sonntagsessen: Gemischter Braten mit Spätzle und Kartoffelsalat. Er harmoniert aber auch ganz fabelhaft mit Backfisch oder paniertem Schollenfilet.
Vorbereitungszeit: 30-40 Minuten, mit Schnellkochtopf 7-10 Minuten
Zubereitungszeit: 20-40 Minuten
Kosten: gering
Schwierigkeit: einfach
Zutaten für 4-6 Personen:
- 1 kg Kartoffeln (eine festkochende Sorte, ich mag Linda ganz gern)
- 1 mittelgroße Zwiebel
- 150-200 ml warme Rinderbrühe (für Vegetarier Gemüsebrühe oder Wasser)
- 2 TL mittelscharfer Senf
- 3-6 EL Weinessig (bitte kein Balsamico, der passt hier gar nicht)
- 3-4 EL Sonnenblumenöl
- Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Schnittlauch oder Petersilie zur Deko
Zubereitung:
Die Kartoffeln weich kochen. Das dauert je nach Größe unterschiedlich lang, für mittelgroße Kartoffeln dürften es ca. 35 Minuten sein. Wenn du dir nicht sicher bist ob sie schon gar sind, pikse lieber mit der Gabel in ein besonders dickes Exemplar. Wen der dabei entstehende Widerstand bis zur Mitte hin gleichbleibend ist, ist die Kartoffel gar. Dann das Wasser abgießen und die Kartoffeln leicht auskühlen lassen.
In der Zwischenzeit solltest du die Zwiebel (ich habe eine Rote genommen, das gibt einen schönen Kontrast) schälen und fein schneiden, quasi atomisieren. Aber bitte nicht hacken, sonst wird sie später bitter. Du kannst auch schon die Brühe erwärmen und einfach auf der heißen, ausgeschaltenen Kochplatte warmhalten, bis du sie später benötigst.
Nun dürften die Kartoffeln leicht ausgekühlt sein. Trotzdem verbrennt man sich noch die Griffel, wenn man sie zum schälen in die Hand nimmt (außer du bist Mr. Asbestos). Also nimmst du fix eine Gabel zur Hand, pikst die Kartoffel auf die Gabel und reckst sie senkrecht in die Höhe, so geht das schälen mit einem kleinen Messer recht gut.
Wenn alle Kartoffeln geschält sind, nimmst du die zuerst geschälte und damit kälteste Kartoffel und schneidest sie in 2-3 mm große Scheiben in eine Salatschüssel. Mit dem Rest verfährst du genauso.
Dann kommen die Zwiebelwürfel auf den Kartoffelhaufen, der Senf wird drauf gekleckst und Salz großflächig verteilt. Kartoffeln vertragen eine Menge Salz, aber all zu viel solltest du trotzdem nicht gleich am Anfang darüber verteilen. Pfeffern, frischer Pfeffer bitte. Dann den Essig darüber und gleich danach die Fleischbrühe, damit ist die “Taufe” schon zu Ende. Jetzt vermengst du die Masse vorsichtig und langsam und lässt den Salat dann erstmal für 15 Minuten stehen. Diese Zeit ist notwendig, damit die Kartoffeln die Mischung aus Salz, Pfeffer, Senf, Essig und Brühe aufsaugen und dadurch ein genialer Geschmack entstehen kann. Dann gibst du das Öl dazu und vermengst den Salat recht intensiv. Er sollte schmatzen, wie wir Schwaben sagen. Jetzt ist der Salat fast fertig, du solltest nur nochmals Essig und Salz abschmecken.
Serviert wird der Salat dann entweder mit frisch gehackter Petersilie oder frischem Schnittlauch. Am besten schmeckt er ca. eine Stunde nach der Zubereitung, am nächsten Tag hat er dann bereits etwas an Geschmack verloren. Deshalb würde ich immer nur so viel machen, wie dann auch gegessen wird. Guten Appetit!
Tags: Kartoffel, kartoffelsalat, salat, schwäbisch, schwäbischer kartoffelsalat



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Hallo, und liebe Grüße aus Stuttgart.Hat mich gefreut einen weiteren schwäbischen Koch-Blog zu entdecken.Gut gemachte Seiten hier Kompliment.
…warum fang Ich eigentlich jedesmal an zu SABBERN wenn Ich hier reinguck?
Hallo Guggenberger, vielen Dank für das Kompliment. Ich habe auch schon auf deinen Seiten etwas gestöbert und werde bestimmt mal das eine oder andere Rezept nachkochen.
@Mao-B: Das ist wie beim Einkaufen: Nie mit leerem Magen Kochblogs angucken.
Hallo Ecki,das freut mich aber.Ich hoffe Du wirst in Metzingen bezüglich der Ur-Karotte fündig.Lass es mich bitte wissen.In diesem Sinne noch viel Freude bei kochen wünscht Guggi aus Stuttgart