Auf den Geburtstagsfeiern eines Freundes, dessen Mutter Italienerin war, gab es jedes Jahr die leckersten Canneloni der Welt. Der Ehrlichkeit halber muss ich allerdings gestehen, dass ich bisher keine ernsthafte Möglichkeit zum Vergleich hatte. Die Tiefkühl-Canneloni, die ich während meiner Zeit als Zivildienstleistender ab und an gegessen habe, waren zwar billig und einfach zuzubereiten, geschmacklich waren sie allerdings eine Katastrophe. Und die zwei oder drei Gelegenheiten, bei denen ich Canneloni beim Italiener gegessen habe, waren sie zwar immer ganz gut, aber sie erreichten nie diese einzigartige Geschmackserinnerung von damals.
Neulich hatte ich eine solche Lust auf diese Canneloni, dass ich improvisiert habe. Ich wusste nur noch, dass mein alter Freund keine Zwiebeln mochte und dass für diese fein geschnittener Lauch in die Füllung kam. Da ich aber Zwiebeln liebe, kam bei mir einfach beides zum Einsatz.
Zutaten:
Für die Tomatensauce:
- 1 Dose (400g) gestückelte Tomaten
- 1/2 fein gehackte Zwiebel
- 2 Zehen Knoblauch, in feine Scheiben geschnitten
- 1 EL Tomatenmark, 3-fach konzentriert
- Salz, Pfeffer
Für die Sauce Béchamel:
- 50 g Butter
- 3 Esslöffel Mehl
- 350ml Milch
- Salz, Pfeffer, Muskat
Für die Canneloni:
- ca. 250g getrocknete Canneloni
- 400g Rinderhack (am Besten 2x durch den Wolf gelassen, einfach beim Metzger danach fragen)
- 1/2 Stange Lauch (der weiße Teil)
- 1/2 fein gehackte Zwiebel
- 1/2 Brötchen vom Vortag, in feine Würfel geschnitten und in heißer Milch aufgeweicht)
- 1 Ei
- 1 handvoll gehackte Petersilie
- Salz, Pfeffer, geriebener Muskat
- 100g geriebener Pecorino romano
Als erstes dünstest du die halbe fein gehackte Zwiebel und den ebenso feinen Lauch in etwas Olivenöl an. Wenn beides glasig ist, die Platte ausschalten und noch kurz die Petersilie mitschmurgeln lassen. Dann zusammen mit dem Hackfleisch, dem eingeweichten Brötchen, dem Ei und den Gewürzen in eine Schüssel geben und gründlich mit den Händen vermengen. Es soll eine gleichmäßige Farce entstehen.
Dann wäscht du dir gründlich die Hände und weiter gehts mit der Tomatensauce, die recht einfach ist. Im Topf, in dem du vorhin Zwiebel und Lauch angedünstet hast, macht du das jetzt nochmal bei geringer Hitze und mit etwas Olivenöl mit der anderen Hälfte der fein gehackten Zwiebel. Bevor sie braun wird, den Knoblauch dazu geben und auch noch etwas mitdünsten lassen, dann das Tomatenmark dazugeben, minimal mitrösten lassen und mit den Tomaten ablöschen. Jetzt lässt du das Sößchen bei geschlossenem Deckel etwa 15 Minuten köcheln.
In der Zeit pinselst du eine flache Auflaufform mit etwas Butter oder Öl aus. Dann füllst du die Farce in die Canneloni. Das geht ab besten mit den Händen und fingern und ohne groß herumzulöffeln. Achtung, nicht zu fest drücken, sonst splittern die rohen Cannelos (ital.: Röhrchen). Wenn sie gleichmässig gefüllt sind, legst du sie in die Auflaufform. Bleiben trockene Canneloni über: Wegpacken fürs nächste Mal. Bleibt Fleischteig über: Zu kleinen Kügelchen Formen und die halbe Backzeit mit den Canneloni im Ofen backen. Meatballs!
Jetzt den Ofen auf 180° vorheizen, die heiße Tomatensauce gleichmäßig (Wichtig! sonst bleiben sie hart) über die Canneloni geben. Dann machst du noch fix die Sauce Béchamel: Butter in einem hohen Topf zerlassen, Mehl mit einem Schneebesen unterrühren und für etwa eine Minute dünsten. Dann die zimmerwarme Milch unter beständigem Rühren dazugeben und engagiert weiterrühren, bis eventuelle Klümpchen gelöst sind und das Ganze aufgekocht ist. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen, Herdplatte zurückschalten und noch 5 Minütchen leicht köcheln lassen. Nebenher reibst du den Pecorino. Dann die Sauce über die Canneloni und zuletzt noch den geriebenen Käse darüber und ab damit für ca. 45 Minuten in den Ofen.
Dazu passt ein Salat nach Gusto und ein Glas kräftiger Rotwein.
Tags: Canneloni, Hackfleisch, italienisch, Lauch, Tomate



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Und wieder mal zeigt sich:Kreativität kennt keine Grenzen.Deswegen macht kochen Spaß.Gut gemacht Ecki.
Liebe Grüße aus Stuttgart
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