Ich esse liebend gerne Pasta in allen Variationen. Meistens allerdings doch eher mit einer schnellen Sauce, aber wenn ich etwas mehr Zeit zur Verfügung habe oder ein nicht all zu dringlicher Hunger gestillt werden soll, bereite ich mein Lieblingsgericht zu: Ragù alla bolognese.
Die Mindestkochzeit beträgt dabei bei mir eine Stunde. Länger ist allerdings bei diesem Gericht besser, denn erst nach einigen Stunden leisen köchelns auf dem Herd schmeckt dieser Sugo so richtig lecker. Über die “richtigen” bzw. “originalen” Zutaten wird in verschiedensten Kochforen zwar recht leidenschaftlich gestritten, aber ich denke mal, das es dabei so ist wie mit anderen Küchenklassikern auch: Jeder Koch gibt dem Gericht seine individuelle Note und inspiriert dabei wieder andere Köche.
Ich habe meine persönliche Lieblingsvariante nach einigem herumprobieren letzlich gefunden. Sie ist inspiriert durch ein Rezept vom nicht nur von Johannes hoch geschätzten Stuttgarter Sternekoch Vincent Klink und durch das Kochbuch “Pasta für jeden Tag” von Eric Treuillé und Anna Del Conte.
Für 3-4 Esser benötigst du folgendes:
- 500g Rinderhackfleisch
- 1 Mohrrübe
- etwa genauso viel Knollensellerie wie Mohrrübe
- 2 Zwiebeln
- 3-4 Knoblauchzehen
- 200ml Rotwein
- 400ml Fleischbrühe
- 2EL Tomatenmark
- Salz, Pfeffer, Oregano, Rosmarin, Lavendel (hört sich seltsam an, ist aber schmackig!) nach belieben
- 4EL Milch
- etwas Butterschmalz oder Olivenöl
Die Zubereitung dieses Ragouts ist ziemlich einfach, aber etwas zeitaufwändig. Zuerst hackst du das Gemüse in feine Würfel, sogenannte Brunoise (Videoanleitung). Die Kantenlänge der Würfelchen sollte nicht mehr als 3 mm betragen. Das erfordert zwar Geduld, wird aber mit einem grandiosen Geschmack belohnt. Sieh es wie ich und mache daraus eine Zen-Übung.
Dann erhitzt du das Fett in einem Topf oder in einem Bräter und dünstest zunächst die Zwiebeln leicht glasig. Nun kommen die restlichen Gemüse und das Tomatenmark dazu und werden auch noch etwas angeschwitzt. Ganz am Schluß kommt auch noch das Hackfleisch dazu, das du unter rühren mit dem Gemüse vermengst. Das Hack brauch gar nicht braun gebraten zu werden, es sollte nur schön auseinander krümeln.
Nun löscht du mit der Fleischbrühe ab, gibst den Rotwein dazu und kochst alles einmal auf. Temperatur herunterschalten, bis der Topfinhalt nur noch leicht simmert und dann mit den Kräutern sowie Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Salz solltest du allerdings enorm vorsichtig sein, da die Brühe schon welches mitbringt und die Flüssigkeit durch die lange Kochzeit ziemlich einreduzieren sollte. Etwa eine halbe Stunde vor Ende deiner geplanten Kochzeit, also frühestens nach 30 Minuten, kannst du dann auch die Milch unterrühren.
Das Ragù alla bolognese passt wunderbar zu Tagliatelle, Penne oder Farfalle, in meinem Fall waren es Linguini. Das Ragù alla bolognese ist aber auch Bestandteil einer klassischen Lasagne al forno. Serviert wird mit reichlich Parmesan.
Guten Appetit!
Tags: Hackfleisch, italienisch, Klassiker, Knoblauch, Nudeln, Pasta, Rotwein, Spaghetti Bolognese, Wurzelgemüse


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Ohne Knollenselllerie würde das sofort verspeist werden
Wie gesagt, das ist meine Version dieses Gerichts.
Andere nehmen Staudensellerie (den ich nicht so sehr mag) oder Petersilienwurzeln oder Pastinaken, manche ertränken das Gericht nahezu in Tomaten und so weiter. Hauptsache ist ja schließlich, dass es einem selbst oder den Bekochten schmeckt. Jeder, wie er mag.
SUPER,ich finde das ist richtiges kochen.Anregungen holen und dann die eigene persönliche Note einfließen lassen. Genau das macht mir auch immer wieder Spaß.Klasse gemacht Ecki,das hat bestimmt TRAUMHAFT geschmeckt.
Dieses Gericht muß ich unbedingt kochen,Merci für die Anregung.
Ist das Zeugs was man normalerweise als Bolognese-Sauce kennt etwas anderes als dein Ragu oder ist dieses Ragu eine der vielen möglichen Varianten? Bisher dadchte ich, dass das Charakteristische an der “Bolognese” die Mixtur Hackfleisch + Tomate sei. Ich habe aber mal etwas herumgegoogelt und das Charakteristikum scheint eher Hackfleisch + Gemüsewürfelchen zu sein.
Grüße!
Dieses Ragù ist (in etwa) die klassische Bolognese-Sauce, die es so in etwa auch in Bologna geben könnte. Die Sauce mit den vielen Tomaten ist eine Variante (hierzulande am liebsten zu Spaghetti serviert, was auch eher untypisch ist), die ich mittlerweile nicht mehr ganz so gerne mag. Aber wie gesagt, das kann ja jeder machen, wie er mag.
Probiere es doch einfach mal aus, das Ragù ist so zubereitet echt enorm lecker.